ROBUSTA – IM SCHATTEN VON ARABICA, ODER DOCH EIN HEIMLICHER FAVORIT?

ROBUSTA – IM SCHATTEN VON ARABICA, ODER DOCH EIN HEIMLICHER FAVORIT?

ROBUSTA – IM SCHATTEN VON ARABICA, ODER DOCH EIN HEIMLICHER FAVORIT?
Die ursprüngliche Heimat von Robusta, auch bekannt als „Canaphora“ ist die Republik Kongo. Wie sich anhand des Namens bereits erahnen lässt, hat Robusta es nicht leicht, besonders im Vergleich zu Arabica. So eilt Robusta der Ruf eines eher unsensiblen und groben Geschmackes voraus. Doch trotz all der Vorurteile und negativen Attribute, die dem einen oder anderen Kaffeeneuling zuerst vorschweben, wenn es um Robusta-Kaffee geht, hat dieser es geschafft zu überzeugen und es inzwischen zu einer beachtlichen Bekanntheit gebracht.

So spricht zuerst einmal für Robusta, dass der Kaffeebaum keine hohen Ansprüche an die Natur und Umwelt stellt. Dieser ist nicht so anfällig für Schädlinge und Krankheiten und hält sowohl höheren, als auch niedrigeren Temperaturen stand. Doch dies spricht nicht nur für die Pflanze selbst, sondern auch für ihr wirtschaftliches Potenzial, welches im Vergleich zu anderen Sorten, mit relativ niedrigem Risiko verbunden ist, da das Produkt, in diesem Falle der Baum, widerstandsfähig und robust ist.

Des Weiteren kommen bei der Produktion von Robusta, verhältnismäßig niedrigere Produktionskosten auf, die Produktion ist also kostengünstiger als die, anderer Sorten, wie der vom ewigen Konkurrenten Arabica. Aufgrund dieser Vorteile und selbstverständlich der geschmacklichen Stärken, entfallen auf Robusta mittlerweile 35 bis 40 Prozent aller weltweiten Rohkaffee-Exporte.

Die Bestandteile des Robusta-Kaffeebaumes
Weitere Bestandteile der Robusta-Kaffeebäume sind logischerweise ihre Blätter. Diese lassen sich an ihrer dunkelgrünen Farbe, länglich ovalen Form und festen Struktur erkennen. Außerdem sind die Blätter im Vergleich zu anderen Sorten, mit einer Länge bis zu 40cm und einer Breite bis zu 15cm, außergewöhnlich groß. Die Früchte hingegen sind eher kleiner und runder. In Gruppen von bis zu 50 Früchten, können diese dicht aneinandergedrängt, entlang des Baumes wachsen und gedeihen.

Der Zeitraum von der anfänglichen Blüte, bis zur schlussendlichen Ernte der reifen Kaffeekirschen, kann bis zu 11 Monate lang dauern. Die Erntesaison an sich hingegen, erstreckt sich auf bis zu 6 Monate, wobei bereits innerhalb von 2 Monaten die Haupternte vorliegt. Außerdem sind Robusta-Kaffeebäume Freunde von Regen und feuchtwarmem Klima. Dabei ist eine Luftfeuchtigkeit von ca. 100 Prozent ideal. Robusta-Bäume sind zudem im sogenannte Tieflandanbau zuhause. Das heißt, dass sie in tiefer gelegenen Gebieten angepflanzt werden. Dort herrschen von 22 bis 26 Grad Celsius, die perfekten Temperaturen für die Bäume.

Zum Vergleich: Arabica-Kaffeebäume werden im Hochland angebaut und finden sich auf Anbauhöhen bis zu 1000 Metern wieder. Auf niedrigere Temperaturen hingegen, ist der Robusta-Kaffeebaum nicht gut zu sprechen. So reagiert dieser auf Kälte und Temperaturen unter 8 Grad Celsius eher intolerant. Daher findet man Robusta-Kaffeebäume besonders in flachen Ebenen, in Südostasien und Westafrika vor, da dort die passenden Temperaturen vorliegen. Der weltweit größte Produzent von Robusta ist übrigens der Vietnam. Dieser findet sich im internationalen Ranking für die größten Kaffeeproduzenten auf dem zweiten Platz, direkt hinter Brasilien.

Die Robusta-Kaffeebohne – Nur ein Grobian, oder ein entscheidender Bestandteil?
Neben den Vorteilen der Robusta-Kaffeebäume, sollten die der aus den Früchten entsprungenen Kaffeebohnen, ebenfalls keinesfalls unerwähnt bleiben. So ist der Geschmack eines Kaffees, der aus diesen entsteht, zwar keinesfalls so vielschichtig wie der von Arabica-Bohnen und eher grob und kantig, doch genau diese Eigenschaft ist es, die viele Kaffeeliebhaber schätzen und lieben. Neben den bereits genannten Attributen wird Robusta ebenfalls ein würziger und holziger Geschmack nachgesagt. So kann er einem Kaffee, der zum Großteil aus Arabica-Kaffeebohnen hergestellt wurde, eine entscheidende Tiefe verleihen, welche die Kirsche auf dem Sahnehäubchen darstellt.

Des Weiteren hat Robusta einen ausgesprochen hohen Koffeingehalt. Dies ist ebenfalls der Grund dafür, dass die Robusta-Pflanzen nicht so anfällig für Schädlinge sind. Da Koffein ein natürliches Pestizid ist, das von der Natur stammt, schützt es die Pflanze zudem nicht nur von außen, sondern auch von innen und bildet so den perfekten Schutzwall für die Kaffeebäume.