VON DER BLÜTE BIS ZUR ERNTE

VON DER BLÜTE BIS ZUR ERNTE

VON DER BLÜTE BIS ZUR ERNTE

Die Blütezeit Arabica`s
Beim Kaffeebaum von Arabica fungiert der Regen als Startsymbol. So fangen die Arabica-Kaffeebäume bereits kurz nach dem Beginn der Regenperiode an zu blühen. Im Falle, dass es zwei Regenzeiten gibt, kann es durchaus sein, dass der Baum zweimal blüht, jedoch fällt die zweite Ernte oftmals deutlich geringer aus. Zieht man auch Robusta hinzu, lässt sich schnell behaupten, dass sich die Blüten von Arabica und Robusta optisch sehr ähneln. Ein entscheidender Unterschied besteht jedoch: Arabica kann sich anders als Robusta selbst befruchten. Dies führt dazu, dass Experten alleine anhand der Blüte schätzen können, wie die Ernte ausfallen wird.

Von der Blüte bis zur Ernte
Der Vorgang von der Blüte bis zu Ernte dauert insgesamt zwischen 7 und 9 Monate lang. Die Ernte setzt ein, sobald die ersten Früchte reif sind. Dies liegt daran, dass überreifte Früchte die endgültige Qualität des Kaffees mindern, was übrigens auch für unreife Kaffeekirschen gilt. Der Reifeprozess der Kaffeekirschen dauert nun bis zu 2 Wochen an, ist jedoch nicht selten bereits nach 10 Tagen abgeschlossen. Daher müssen die Pflückerinnen und Pflücker immer wieder neu ernten, weshalb es durchaus vorkommen kann, dass ein Baum bis zu zehnmal geerntet wird. Eine reife Kaffeekirsche erkennt man an ihrer leuchtend roten und glänzenden Optik, während überreifte Kirschen eher weich und dunkelrot bis violett gefärbt sind. Ein weiterer Unterschied zwischen Robusta und Arabica ist, dass der Robusta-Kaffeebaum keinerlei überreifte Früchte abwirft, während der von Arabica wählerischer ist und die überreiften Früchte abstößt. Auch anhand des Verhaltens der beiden Bäume lässt sich also auf den eher feinen Geschmack von Arabica, und den groben von Robusta rückschließen. Eine vollständige Ernteperiode dauert übrigens bis zu 3 Monate an, während die von Robusta bis zu doppelt so lang andauern kann.

Kaffeebohnen – die Mitbewohner der Kaffeekirschen
Kaffeebohnen befinden sich in reifen Kaffeekirschen. Meistens sind es zwei Stück pro Kirsche, jedoch kann es auch mal vorkommen, dass sich nur eine in ihnen befindet. Diese Kirschen nennt man auch „Peaberrys“, was übersetzt so viel wie „Erbsenbeeren“ bedeutet. In Deutschland werden sie jedoch häufiger „Perlbohnen“ genannt. Dieser Name stammt von ihrer Form, die anders als die „normaler“ Kaffeekirschen ist, da sie keine flache Seite hat. Warum die Anzahl der Samen innerhalb der Früchte variiert, ist immer noch nicht ganz klar, es wird jedoch vermutet, dass dies etwas mit der Lage der Kirschen an ihren Kaffeebäumen zu tun habe. So tragen Kirschen, die sich eher an den Spitzen der Äste befinden, häufiger lediglich eine Bohne in sich. Die liegt demnach, angeblich an der, im Vergleich niedrigeren Nährstoffversorgung des Baumes, da die Kirschen weiter entfernt vom Stamm sind und so die Versorgung erschwert wird. All das hat jedoch nichts mit der endgültigen Qualität der Perlbohnen zu tun, im Gegenteil, diesen wird sogar ein außergewöhnlich starker Geschmack nachgesagt, was sich auch am, im Vergleich, höheren Preis der „Peaberrys“ sehen lässt. Bis zu 5 Prozent jeder Ernte bestehen aus Kaffeekirschen mit nur einem Samen.

Hochlandanbau oder Tieflandanbau – Entscheidend oder nicht?
Mittlerweile besteht unter Forschern und Züchtern keinerlei Zweifel mehr, dass die Lage des Anbaugebiets der Kaffeepflanzen entscheidende Auswirkungen auf die endgültige Qualität des Kaffees hat. Dabei ist wichtig, wie hoch oder tief angebaut wird. Plantagen südlich des Äquators verzeichnen einen Haupterntebeginn von Mai bis August, während die Ernte in eher nördlicheren Regionen des Äquators üblicherweise von September bis Dezember andauert. Für die Anbaugebiete in unmittelbarer Äquatornähe gilt: das ganze Jahr über wird geerntet, was daran liegt, dass hier die bestmöglichen klimatischen Bedingungen herrschen. Häufig fällt in diesem Zusammenhang auch der Begriff „Kaffeejahr“. Hiermit wird auf den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. September des darauffolgenden Jahres hingewiesen.