WEITERES ZUM THEMA BIO

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Das Bio-Siegel
Beim wöchentlichen Lebensmitteleinkauf lässt sich zwischen all den verschiedenen Produkten besonders oft ein Begriff lesen: „Bio“. Ob auf Lebensmitteln, Kleidern oder Hygieneartikeln, dem Bio-Siegel nicht zu begegnen, ist so gut wie unmöglich. Obwohl der besagte Begriff den meisten bekannt ist, weiß der Großteil jedoch immer noch nicht, was dieser, bzw. das Bio-Siegel selbst überhaupt aussagt und verspricht. Um für ein wenig Aufklärung zu sorgen, hier eine knappe Zusammenfassung.

Das Bio-Siegel ist ein Güte- und Prüfsiegel, das für die Kennzeichnung von Produkten aus ökologischem Landanbau zuständig ist. Damit Produzenten ihre Produkte mit diesem versehen können, müssen festgelegte Standards und Auflagen erfüllt und eingehalten werden. Um zu gewährleisten, dass diese Bedingungen auch eingehalten werden, werden die Betriebe und Produkte regelmäßig überprüft und von zuständigen Kontrollstellen überwacht. Dabei verlaufen die regelmäßigen Kontrollen und alle weiteren Prozesse der Verleihung des Siegels unter äußerst strengen Maßnahmen ab, sodass das Bio-Siegel nur an ausgewählte und qualitative Händler vergeben wird. Hersteller müssen deswegen kontinuierlich Rahmenbedingungen einhalten und gewährleisten, damit ihnen das Bio-Siegel nicht aberkannt wird.

Es gibt eine Hand voll verschiedener Bio-Siegel, die Produkten verliehen werden können. Dabei können gleich mehrere einem einzelnen Produkt vergeben werden, wenn dieses alle Bedingungen erfüllt. Die verschiedenen Siegel variieren jedoch in ihrer Qualität, weshalb einige wertvoller, bzw. aussagekräftiger sind als andere. Zwei Beispiele für Bio-Siegel sind das EU-Bio-Siegel und das Deutsche Bio-Siegel.

Bio und Fair Trade – Ein und dasselbe?
Anders als viele Konsumenten denken, bezieht sich das Bio-Siegel ausschließlich auf den Umwelt-Aspekt der Produkte und nicht auf die wirtschaftlichen Arbeitsbedingungen während der Herstellung. Dafür ist das sogenannte „Fair Trade-Siegel“ zuständig. Wem also wichtig ist, dass das Personal hinter der Kaffeeernte etc. fair entlohnt wird und guten Arbeitsbedingungen ausgesetzt ist, sollte auf das Fair Trade-Siegel achten. Und auch für die Vergabe des Fair Trade-Siegels gelten eine Reihe von Bedingungen die eingehalten werden müssen. Unser Kaffeebaum-Biokaffee ist jedoch sowohl mit dem Bio-Siegel, als auch mit dem Fair Trade-Siegel versehen, sodass wir garantieren können, ausschließlich natürlichen, unmodifizierten und unter fairen Bedingungen hergestellten Kaffee anzubieten.

Bio-Zertifizierung bei Kaffee
Da es sich hierbei jedoch um einen Kaffee-Blog handelt, beziehen wir uns zunächst auf die Biozertifizierung von Kaffee, denn auch bei dieser sind bestimmte allgemeine Standards gültig. Doch welche konkreten Richtlinien müssen eingehalten werden? Hier einmal die wichtigsten aufgelistet:

1. Die Anwendung von Gentechnik ist strengstens untersagt.
2. Auf Pestizide wird verzichtet und es wird mit natürlichem Dünger gedüngt.
3. Es darf kein Gebrauch von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel gemacht werden.
4. Die Pflanzen und Bohnen müssen so gut wie möglich geschützt werden, sodass weder Luft, Boden oder Wasser gefährdend für diese sein können.
5. Der An-/Abbau von Kaffee darf keine umweltzerstörenden Eingriffe erzeugen.
(Hierbei handelt es sich bei weitem nicht um alle Regeln und Bedingungen.)

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass durch das Bio-Siegel versichert wird, dass das Produkt, in diesem Fall unser Kaffee, auf einem möglichst umweltschonenden Wege produziert wird und auf jegliche unnatürliche Einflüsse verzichtet wird, um für das möglichst natürlichste Geschmackserlebnis zu garantieren und keine (langfristigen) gesundheitlichen Probleme zu riskieren. Um verantwortungsvoll zu konsumieren, sollte man Kaffee also, wenn möglich, bei Bio- und Fair Trade-Zertifizierten Kaffeeröstereien/Kaffeehändlern, wie „Kaffeebaum“ erwerben.

Die Kaffee-Ernte
Einen wesentlichen Bestandteil der Produktion von Kaffee stellt logischerweise die Ernte des Kaffees dar. Dabei gibt es unterschiedliche Methoden, wie dieser geerntet werden kann. Beim klassischen Pflücken mit der Hand (auch „picking“ genannt) kann jede einzelne Bohne aufs Genauste untersucht und die Kirschen auf ihre Reife getestet werden. Doch das digitale Zeitalter brachte auch eine weitere maschinelle Methode (auch „stripping“ genannt) mit sich. Dabei filtern Maschinen unterschiedlich reife Kaffeekirschen und überprüfen diese. Der Nachteil: Anders als beim „Picking“ können sich hier die unreifen/überreiften Kirschen ansammeln und größere Mengen von Früchten werden unbrauchbar. Dies hat nicht nur negative ökonomische, sondern auch wirtschaftliche Folgen.

„Picking“ ist daher deutlich effektiver und umweltschonender als „stripping“, jedoch auch kosten- und zeitintensiver, da die Ernte von Menschenhand verläuft. Dies führt oft zu einem höheren Preis des endgültigen Kaffees, welcher in Anbetracht der Auswirkungen auf die Natur und den Geschmack jedoch durchaus in Kauf genommen werden sollte.

Der Kaffee-Transport
Da Kaffee größtenteils aus Ländern in Afrika, Asien und Südamerika stammt, spielt der Transport zu uns Endkonsumenten eine große Rolle und das nicht nur wegen der ökonomischen Fußabdrücke die dabei hinterlassen werden, sondern auch da die Verpackung und Unterbringung des Kaffees während der meist langen Transportwege, spürbare Auswirkungen auf die Aromen und somit auf den endgültigen Geschmack des Kaffees haben.

Hauptsächlich erfolgt der Transport der rohen Kaffeebohnen per Schiff. Dabei liegen tagelange Schiffsfahrten durch die Gewässer des Planeten zwischen der natürlichen Heimat des Kaffees und uns Konsumenten. Der negative Punkt an alldem ist, dass Schiffe einen beträchtlichen Anteil an CO2 ausstoßen und somit nicht gerade umweltfreundlich sind. Jedoch werden riesige Mengen an Kaffee pro Schiffsfahrt transportiert, was die gesamte Bilanz zumindest ein wenig aufbessert. Trotz dessen unterstützen einige Kaffeehändler und Röstereien anderweitige Umweltprogramme, um ihren CO2-Austoß zumindest moralisch zu kompensieren.

Ist Bio Pflicht?
Angesichts all der negativen Fakten der Nicht-Bio-Produktion, stellen sich viele Konsumenten berechtigterweise die Frage, ob sie denn nicht moralisch dazu verpflichtet wären, ausschließlich Kaffee, oder andere Produkte, mit Bio-Zertifizierung zu konsumieren/erwerben.

Dazu kann nur gesagt werde, dass jeder diese Entscheidung für sich selbst treffen sollte. Das Bio-Siegel garantiert nämlich nicht nur für einen umweltfreundlichen Produktionsablauf, sondern sorgt auch oftmals dafür, dass die mit dem Bio-Siegel zertifizierten Produkte mehr kosten, als die „Nicht-Bio-Produkte“, was viele Kunden abschreckt. Dies liegt jedoch selbstverständlicherweise an den damit verbundenen höheren Produktionskosten, da hier auf wesentlich mehr Aspekte geachtet werden muss und an den regelmäßigen und aufwendigen Zertifizierungsprozessen.

Nein, Bio ist also keine Pflicht, jedoch trotz all dessen empfehlenswert, da hier mehr Rücksicht auf unsere Umwelt und damit verbundene Zukunft genommen wird.

Und da jeder Konsument ein Stück Verantwortung für diese beiden elementaren Aspekte unseres Lebens trägt, sollte man sich das nächste Mal am Regal im Supermarkt eventuell nochmal überlegen, ob man nicht doch lieber das Produkt mit dem Bio-Siegel vorzieht.